Sonntag, 4. August 2019

Voneinander lernen

Die paar Tage Urlaub sind vergangen wie im Flug - und das, obwohl wir 8 Tage lang mit dem Zug in Deutschland, den Niederlanden, Belgien und Frankreich unterwegs waren.

Auf unserem Railtrip konnten wir ein paar Erkenntnisse gewinnen, die mich zum einen inspirieren und zum anderen bestärken, weiterhin konsequent und wirkungsorientiert für den Klimaschutz zu kämpfen.


Vorrang für RadfahrerInnen in Rotterdam und Amsterdam
Einfach sensationell, was in diesen niederländischen Städten an Radinfrastruktur geboten wird. Mit großem Erfolg, denn in Amsterdam werden an die 40 % der Wege mit dem Fahrrad zurückgelegt. Der Beitrag zum Klimaschutz, die bessere Luft, die höhere Verkehrssicherheit und die Entschleunigung entstehen vor allem durch die Umverteilung von Straßenraum zu Gunsten des Aktivverkehrs.



Schnelle Züge als Alternative zum Fliegen
Viele der Wege haben wir mit dem ICE, manche sogar mit dem Thalys und dem TGV zurückgelegt. Mit rund 300 km/h von Amsterdam Centraal nach Paris Gare du Nord in 3:20h ist nicht nur klimafreundlich, sondern kostet weder mehr Zeit noch dank dem Interrail Global Pass mehr Geld als fliegen. Der obligate Zuschlag, der für die schnellen Züge außer bei der ÖBB fast immer zu zahlen ist, geht sich schon aus. Wobei der Vollpreis aufgrund der hohen Schienenmauten und Besteuerung bei der Eisenbahn und der daraus resultierenden Subventionierung des Flugverkehrs durch die Steuerfreiheit von Kerosin tatsächlich viel zu hoch ist. Für mich ist das alles massiv wettbewerbsverzerrend!


Qualität, die überzeugt
Dringend notwendig ist hohe Qualität des Angebots auf der Schiene und da möcht ich wiedermal ein ganz großes Lob für die ÖBB aussprechen (gerade im Vergleich mit der DB). Der Railjet als Hochgeschwindigkeitszug ist extrem pünktlich, schnell und bequem, das WLAN funktioniert weitestgehend, das Bordservice ist gut und freundlich und es gibt sehr selten Ausfälle und dann immer eine Alternative - und sei es ein Schienenersatzverkehr. Das alles ohne Zuschläge! Das ist keine Selbstverständlichkeit im internationalen Eisenbahnverkehr.


ÖV-Nutzung leicht gemacht
In den meisten der besuchten Städte und Regionen gibt es ein sogenanntes „Check in - check out“-System für die öffentlichen Verkehrsmittel. Bei jedem Betreten und Verlassen des Bahnhofs und/oder des Verkehrsmittels muss man die Magnetkarte oder den Fahrschein scannen. Ich weiß um die Vorteile für die Abrechnung, aber als Fahrgast find ich das irrsinnig mühsam! Da find ich unsere Jahreskarten und auch die Flexirate am smartphone viel nutzerInnenfreundlicher. Und für alle, die nur ganz selten öffentlich unterwegs sind, gibt’s sogar noch ein Papierticket bei Schaffnerin oder Lenker. Zwar mit Servicezuschlag, aber es gibt es noch. Auch das ist nicht  überall so.



Grüne Städte
Paris am 1. August sah schon ziemlich herbstlich aus. Vermutlich aufgrund der großen Hitze waren viele der unzähligen Bäume schon dabei, ihre Blätter abzuwerfen. Trotzdem war nicht nur in Paris, sondern auch in Stuttgart und Mannheim spürbar, wie wertvoll Bäume als Schattenspender und natürliche Klimaanlagen in großen Städten sind. Es braucht einfach viel Grünes im Umgang mit der Klimakrise!




#FillTheBottle
In Frankreich gibt es grad eine große Aktion auf Social Media, die dazu aufruft, in leeren Plastikflaschen weggeworfene Zigarettenstummel zu sammeln und dann zu entsorgen. Alle dürfen mitmachen!

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