Mittwoch, 3. Mai 2017

Die großen und die kleinen Laster

Die Experten (leider ohne -Innen) der BH Kufstein, der ÖBB und Betreiber
der RoLa besichtigen mit mir in Wörgl eben diese.


So, wir sind auf dem nächsten Level: Seit 1. Mai dürfen nur mehr die neuesten LKW mit unverderblichen Gütern wie Fliesen, Marmor und Rundholz durch Tirol fahren. Ich weiß schon, dass Schadstoffmessungen mit Vorsicht zu genießen sind, besonders wenn sie vom Hersteller kommen. Aber vertrauenswürdige Fachleute sagen mir, dass man den Zahlen zum geringeren Schadstoffausstoß bei neueren LKW ungefähr vertrauen kann. Das deutsche Bundesumweltamt sagt, dass die einzigen jetzt noch zugelassenen LKW für den Transport unverderblicher Waren durch Tirol zwei Drittel weniger Partikel und vier Fünftel weniger Stickstoffdioxid ausstoßen, als die Fahrzeugklasse Euro 5, die keine unverderblichen Güter mehr durch Tirol transportiert. "Sauber" ist das deswegen noch lange nicht, das ist mir schon klar. Aber es erklärt, warum ich mit der Luftgüte und nicht mit der Anzahl der LKW argumentiere. Die Zahl der LKW entwickelt sich leider aufgrund der günstigen Mauten in Deutschland und Italien und aufgrund des niedrigen Dieselpreises in Österreich in die falsche Richtung. Wir können aber - und das tun wir mit dem sektoralen Fahrverbot sehr stark - auf die Art der LKW Einfluss nehmen.  

Viele Frächter setzen auf die Rollende Landstraße und fahren auf der Schiene durch Tirol, das können wir an den steigenden Zahlen dort schon jetzt ablesen. Die RoLa hat das stärkste erste Jahresquartal seit 2012 hingelegt. Aber selbst wenn alle 40.000 LKW, die hochgerechnet auf das ganze Jahr ab 1. Mai nicht mehr durch Tirol fahren, durch LKW der neueren Klassen ersetzt würde, wäre das für diesen Anteil des Transits eine Schadstoffreduktion bei Stickstoffdioxid um 80%. Das sind, wieder gerechnet auf die gesamte Transitbelastung bei gleichbleibender Anzahl und gleichbleibender Zusammensetzung der LKW zwar nur 1,6% weniger Schadstoffe. Aber wir reden hier von einem Land, in dem noch bis vor kurzem jedes Jahr noch mehr Schadstoffe gemeldet werden mussten. Jetzt haben wir, das ist unbestritten, einen Rückgang der Schadstoffe und damit eine Entlastung der Lungen und Ohren der Tirolerinnen. Angesichts der jahrelangen Verschlechterung der Situation vor 2012, diskutiere ich heute sehr gerne über das Ausmaß der Entlastung: Die Richtung unserer Schritte stimmt aber jedenfalls.

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