Sonntag, 25. Oktober 2015

Wir brauchen eine internationale Friedenskonferenz der Frauen!

Weil ich Mensch geblieben bin, lässt mich trotz meiner tagespolitischen Aufgaben und Verantwortungen die geopolitische Situation einfach nicht ruhen. Tage- und nächtelang sinniere ich, wie viele andere, über Möglichkeiten, dem Schlachten und Morden, dem Hungern und Leiden, der Ausbeutung und Unterdrückung, der Ausgrenzung und den Schuldzuweisungen auf dem gesamten Planeten ein Ende zu setzen.

Es ist ja eigentlich aberwitzig, dass die Menschheit sich angesichts der dramatischen Herausforderungen durch Wetterkapriolen wie den Hurrikan in México, durch Dürrekatastrophen am afrikanischen Kontinent, Verwüstung der Weltmeere durch Plastikabfälle und Kriegsschrott, dem wegen Vergiftung brennende See in Indien oder das klimawandelbedingte Steigen des Meeresspiegels bei gleichzeitigem Verlust von produktiven landwirtschaftlichen Flächen durch Versiegelung und Kontamination sowie durch den rapiden Verlust der Artenvielfalt nicht endlich auf ein Packl haut, um ihr Überleben zu sichern.

Nein, der Old-Boys-Club der Weltmächtigen meint immer noch, wenn nur hart genug durchgegriffen wird, wird alles wieder gut! Solche Träumer und Naivlinge!

Dabei haben sich viele kluge RealistInnen und FriedensfreundInnen schon vor Jahrzehnten viel Schlaues überlegt, um das Überleben der Menschheit zu managen. Heute, am 25.10. ist der Jahrestag der Sinatra-Doktrin, in der Michail Gorbatschow 1989 erklärte, auf den Ersteinsatz von bewaffneter Gewalt gegen ein gegnerisches Bündnis, einen neutralen Staat oder einen Staat des eigenen Bündnisses zu verzichten. Noch früher trafen sich die Weltmächtigen auf Einladung der großartigen  niederländischen Königin Wilhelmina unter kräftiger Mitwirkung einer der größten Frauen der Geschichte, Bertha von Suttner, und versuchten Lösungen zu erarbeiten und erzielten erste Erfolge durch die  Abkommen und Erklärungen der Haager Friedenskonferenzen.
Etliche Kriege konnten nicht vermieden werden, aber es blieben nachhaltige Ergebnisse wie zum Beispiel der ständige Schiedshof in Den Haag, der bis heute Strukturen zur Bereinigung von internationalen Konflikten bietet.

An diesen Ideen sollten wir heute anknüpfen und einiges noch besser machen. Ich wünsche mir, dass wieder eine mutige Frau eine internationale Friedenskonferenz einberuft. Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel wäre wohl gemeinsam mit Hillary Clinton die geeignetsten. Eine Verbesserungsmöglichkeiten im Vergleich zu den ersten Friedenskonferenzen im 20. Jahrhundert wäre, dass bei dieser Friedenskonferenz alle Nationen, Regionen und Organisationen von den führenden weiblichen Repräsentantinnen vertreten werden.

Das Patriarchat hatte seine Chancen und ist gescheitert, es ist an der Zeit, die Aufstellung zu ändern.

Jetzt ist es Zeit für einen gründlich anderen Zugang, um das derzeit herrschende Ungemach zu mildern und unserer Spezies eine Überlebenschance zu erhalten. Es braucht gänzlich andere Konzepte, getragen von Gesamtverantwortung, Umsicht und Berechenbarkeit. Es braucht fortschrittlichen Frauen, die all ihr Wissen, ihre Kompetenz, ihre Intuition und ihre Empathie zusammentragen, um die Menschenheit zu retten. Es braucht eine internationale Friedenskonferenz der Frauen! Jetzt!



PS: Es gibt jede Menge und immer mehr fortschrittliche Männer, deren Wissen, Kompetenz, Intuition und Empathie wesentliche Beiträge zu einer besseren Welt sind und deren Beitrag eine Bereicherung für eine solche Konferenz wären. Ich weiß, dass all diejenigen sehr gut verstehen, warum ich hier und heute so explizit eine Friedenskonferenz der Frauen fordere.


Mittwoch, 7. Oktober 2015

Grün macht Wien besser



Ich glaub nicht, dass Politik alle glücklich machen kann. Es gibt ein Gemeinwohl, aber wir sind trotzdem InteressensvertreterInnen. Meine Wiener Amtskollegin hat sich in den letzten Jahren sehr viel gefallen lassen müssen, neben den öffentlichen Anfeindungen bis hin zu übermotivierten Rechten, die sie bei privaten Unternehmungen und am Weg zu öffentlichen Auftritten versteckt gefilmt haben. Es ist ein Schema von Beleidigungen und Einschüchterungsversuchen, das die allermeisten Frauen kennen. Die Wiener Vizebürgermeisterin hat sich nicht einkriegen lassen und einen großen Beitrag dazu geleistet, dass Wien heute eine offenere, buntere und kinderfreundlichere Stadt geworden ist. Ja: Kinderfreundlich.

Es hat eine grüne Regierungsbeteiligung in Wien gebraucht, um die höchste Mindestsicherung für Kinder einzuführen – 70 Euro mehr pro Kind und Monat gibt es seit 2010 für armutsgefährdete und arme Menschen in Wien. Öffentlichen Verkehr zu fördern und die Autos zumindest aus einigen Straßen ganz zu verbannen, ist auch kinderfreundlich: Bessere Luft, mehr sichere Gegenden, wo auch kleine Kinder selbstständig spazieren können und mehr Anteil am öffentlichen Raum, der nicht zugeparkt ist: kinderfreundlich. Mit den Wientaltrassen gibt’s dazu neue Naherholungsflächen in der sonst recht grauen Naschmarktgegend. In der Verkehrspolitik gibt’s statt noch mehr innerstädtischen Tiefgaragen größere Auffangplätze für Autos an den Stadteinfahrten. Die Stadt gewinnt so mehr Gestaltungsspielraum für die Stadtplanung – von Spielplätzen, über neue Grünflächen bis zu Radwegen und konsumfreien Aufenthaltsbereichen im öffentlichen Raum: kinderfreundlich. Das alles macht die Stadt freundlicher, ruhiger und gesünder: Und dazu gibt’s den Kindergarten und die Nachhilfe in der Schule kostenlos. Grün in Wien ist gut für die Kinder.  

Man wählt nur mit dem Herzen gut, steht auf unseren Plakaten. Ich finde, Hirn dazuschalten hilft. Und dann kommt man bei einem Blick auf die Entwicklungen der letzten Jahre von verkehrsberuhigten Parkstraßen über die erwähnten sozialpolitischen Errungenschaften bis zu den Leuchttürmen Mariahilferstraße und 365-Euro-Ticket drauf, dass Wien mit Mary Vassilakou besser geworden ist. Und so soll es auch weiter gehen: da geht noch mehr.