Mittwoch, 26. November 2014

Auch die leisen Stimmen hören




Sie sind bisher eher leise wahrgenommen worden: Die BefürworterInnen des Luft-100ers. Es gibt sie aber und zwar ganz isoliert vom sektoralen Transitfahrverbot, das 200.000 LKW von der Straße bringen soll. Zur Erinnerung: Das ist unser stärkstes Argument in einer öffentlichen Debatte, die von lauten AutofahrerInnen dominiert wird, die auch gerne sehr laut ihren Unmut kund tun. Die Entlastung vom LKW-Transit ist auch das  große Ziel, keine Frage.

Aber ich hab sie in den letzten Tagen immer wieder getroffen: Die jungen und alten Frauen und Männer (!), die mir sagen, dass sie sich bei einer niedrigeren Geschwindigkeit im Fließverkehr sicherer fühlen auf unseren Straßen. Jene Menschen, die seit Jahren schon freiwillig nicht schneller als 100 fahren, weil sie damit einen Beitrag für unsere gute Luft und für ihre eigene Geldtasche leisten wollen. Es sind vor allem ältere Menschen, die mir davon erzählen, dass sie ihre Euro lieber für die Enkerl sparen, als sie für ein paar Minuten Zeitgewinn auf der Autobahn liegen zu lassen.

Ich sehe es als meine Aufgabe, diese oft leisen Stimmen auch zu hören, die im aufgeheizten öffentlichen Diskurs mit ihren differenzierten und weniger empörten Wortmeldungen untergehen. Denn mein Verständnis von Politik heißt auch, Verstärkerin für jene zu sein, die allzu gerne überhört werden. Ich bin deshalb froh, dass der ORF-"Report" neben ExpertInnen und politisch Verantwortlichen auch ein paar BürgerInnen hörbar gemacht hat und dass die Tiroler Tageszeitung heute zwei Leserbriefe von BürgerInnen veröffentlicht hat, deren Stimmen im öffentlichen Geschrei leider viel zu oft untergehen.





Kommentare:

  1. Die Autobahnvignette sauteuer, die Strafen sind gestiegen... und nicht zu vergessen die niedrige Geschwindigkeit auf unserer Autobahn. Gratulation der Landesregierung mit den Deppen was das beschlossen haben... zwar war die Mehrheit dagegen, ups... ganz vergessen das zählt ja in Tirol nicht!!

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  2. Es tut mir sehr leid, dass diese notwendige Maßnahme eine dermaßen große Kränkung für sie ist. Das war nicht meine Absicht!

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  3. Das ist offensichtlich nicht die Wahrheit.
    Zehntausende Tiroler sind gekränkt, unsere Freiheit wird Beschnitten mit Argumenten deren wissenschaftlicher Hintergrund so lange verzerrt wurde bis es den Frauen bei den Grünen passt.

    Jeder der kurz nachdenkt erkennt dass solch eine unnotwendige Maßnahme von uns freien Tirolern nicht hingenommen wird.

    Hier geht es nicht um ein paar leise Stimmen von Autofahrern die definitiv nicht in ein selbst gesteuertes Auto gehören.
    Hier geht es nicht um Transit, der doch so wichtig für die Europäische Wirtschaft ist.
    Hier geht es nicht um die Umwelt der es schon lange nicht mehr so gut ging und deren Belastung von tausender Faktoren abhängt, Personenverkehr dabei keine relevante Rolle spielend.

    Hier geht es um persönliche Machtgelüste, darum sein(ihr) eigenes radikales Weltbild der Mehrheit aufzuzwingen.

    Was soll man noch sagen. Sie haben sich als Politikerin bereits disqualifiziert.

    Den Zorn von Herrn Singer (und zehntausender weiterer) einfach abzuschlagen durch ihre Aussage "die Maßnahmen wären notwendig" zeigt schon wie egal ihnen ihre Mitmenschen sind.

    Nicht dass wir das hinnehmen, wir wollen schließlich nicht dass bald die deutschen Touristen ab der Grenze nur noch per Fahrrad nach Österreich kommen dürfen.

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  4. Sehr geehrter Herr Guy in CZ! Gerade weil mir meine Mitmenschen nicht egal sind und weil es mir nicht um Macht geht, erlaube ich mir, auch unbequeme, aber notwendige Maßnahmen, die dem Wohle aller - auch der Kinder und allen anderen, die kein Auto fahren - gewidmet sind, umzusetzen. Sind Sie sich wirklich sicher, dass es egoistischer ist, AutofahrerInnen um die Reduktion ihres Tempos zu ersuchen, als die Gesundheit und Lebensqualität unserer und kommender Generationen zu riskieren? Ich sehe unsere gemeinsame Verantwortung im Klimaschutz, im Erhalt unserer Lebensgrundlagen und damit der Sicherung unserer Existenz.

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  5. Ich hätte ja schon fast ein wenig Mitleid mit Ihnen Frau Felipe wenn Sie ihre Vorstellungen nicht so gnadenlos und aus meiner Sicht auch rücksichtlos durchdrücken würden.

    Kritik wird grundsätzlich akzeptiert, aber scheinbar kein bischen reflektiert. Dabei wäre gerade zweiteres aus meiner Sicht für einen Politiker eine essentielle Fähigkeit.

    Auch Monate nach der Umsetzung warten wir Tiroler die darunter täglich leiden müssen auf empirische Beweisführung und Fakten die ihren Standpunkt untermauern. Im Gegenteil wird noch immer von einer Schweizer Studie gesprochen die nicht näher definiert wird, ist diese zufälligerweise viele viele Jahre alt und es gibt trotz der jahrelangen Schaltung von IGL keinerlei aktuelle Ergebnisse die ihren Stanpunkt untermauern ? Hatten wir nicht 2014 im Jan und Februar die beste Luftqualität seit 10 Jahren, zumindest entsprechend ihrer eigenen Veröffentlichungen.

    Die Züge fahren mit weit über 200kmh durch Tirol, aber die entsprechen ja auch ihrem Weltbild im Gegenteil zum KFZ, dass schlicht verdammt wird. Ich spare mir die Rechnung wieviel mehr Energie ein Zug bei 220 verbraucht im Vergleich zu 100kmh. Oder 50 kmh ?

    Und das Traurige ist, gerade aufgrund ihrer Rolle als Politiker wird ein Zurückrudern als Schwäche empfunden und die Bevölkerung so lange hingehalten werden bis sich die Lage beruhigt, bzw. ist dass wohl die Hoffnung.

    Ich persönlich werde auch weiterhin alles geben um meine Mitmenschen zu informieren und im Gegensatz zu euch Grünen meine Argumentation auf empirische Beweisführung anstatt Irreführung aufbauen.

    Ich finde es wirklich schade, als Grünwähler der durchaus Hoffnung auf eine andere ehrliche und offene Politik hatte diese Entwicklung beobachten zu müssen. Und auch dass die einst so sympatische Rumerin ( also Quasi Nachbarin ) es sich so einfach macht und auf die Unwissenheit und Gefolgsamkeit der eigenen Wählerschaft hofft.

    Gottseidank gibt es inzwischen die Neos, sonst müsste ich wohl wirklich weiß wählen gehen. Anbei noch ein Link zu meinem ersten Beitrag zu diesem Thema, ich garantiere, es wird nicht der letzte sein. Wenigstens verdiene ich ganz gut und kann mir die Strafen leisten... bitterer ist es für all die Menschen die beruflich viel fahren müssen und mit dem Grundlohn durchkommen müssen.

    http://florianphoton.blogspot.co.at/2015/01/igl-tempo-100-das-ende.html

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